Allgemeines zur Steuerung mit einem PC:

Diese Zeilen spiegeln die Meinung des Verfassers wieder, sie wird und kann nicht zwingend mit der Meinung des Lesers übereinstimmen. Doch eines sollte Sie schon bewirken, dass sich der Leser mit dem Thema Modellbahn, Computer und einer Steuerung auseinandersetzt..

Warum???

Warum nur muss man eine Modellbahnanlage mit einem PC steuern??

Diese Frage wird sehr häufig an mich herangetragen. Warum eigentlich nicht?? Dieser lapidare Satz kommt dann doch auch zurück. Vom Grundsatz her sollte die Frage doch eigentlich lauten: 
Welche Möglichkeiten schaffe ich mir mit dem Einsatz einer komfortablen Steuerung??? 
Welchen Aufwand muss ich anschließend betreiben um Änderungen im Ablauf herbeizuführen? 
Welche finanziellen Mittel sind notwendig um meine Vorstellung in der Gesamtheit zu erfüllen??

Modell- oder Spielbahnen, gesteuert mit einem PC. Viele denken, das ist doch völliger Quatsch. Mag sein, doch denke ich so nicht mehr. Auch die Argumentation, dass mit dem PC das Spielvergnügen zu kurz kommt und man nicht mehr spielt stimmt so nicht. Betrachte ich meine Anlagen aus der Vergangenheit, so wurde permanent an der Gleisgeometrie geändert, immer irgendwelche neue Kontaktstücke eingebaut oder geändert, Reedkontakte erneuert, Relais ersetzt oder ergänzt, Blocksteuerungen und Schattenbahnhofsteuerungen eingebaut oder in der Funktion geändert, Matrixschaltungen gelötet, geändert und viel gebruddelt (=schimpfen, ...), da doch so manches nicht so funktionierte wie ich es wollte. Zudem war die Zugfolge immer abgestimmt und mit der Dauer langweilig. So mancher Modellbahnkollege steht darauf (soll er auch), aber es gibt auch anderes. Hierzu zähle ich eine Steuerung mit dem PC. Sicher, vollkommen ist dies auch nicht, aber wesentlich hilfreicher als alles andere vorher.

Die Planung und der Bau der Anlage bleiben im Prinzip dasselbe. Jedoch ist die Einteilung der Blockabschnitte anders als im Analogbetrieb. Nun benötige ich keine Fahrabschnitte, Bremsabschnitte und Halteabschnitte mehr. Dies ist alles in einem Block vereint. Wesentlich weniger Trennstellen (eine am Anfang und eine am Ende eines Blockes), der Block wird komplett über einem Ausgang am Belegtmelder gemeldet und überwacht. Den Rest der Regelung übernimmt der PC. Musste man früher an der Anlage umlöten, Matrixschaltungen ändern und eventuell Kontakte neu verlegen um neue Betriebssituationen herbeizuführen, so wird heute mit der Modellbahn-Steuerung eben mal kurz der Fahrplan geändert (bei ca. 50 Fahrplanschritten nicht einmal 5 Minuten) und der Zug verkehrt nun nach einem neuen Schema auf der Anlage. Hierzu müssen selbstverständlich auch die Möglichkeiten im Gleisplan vorhanden sein. Das Interesse hat sich vom Löten und Strippen ziehen auf das Denken am PC und die Gestaltung von Fahrplänen verlagert. Hier ist es notwendig, dass man sich Gedanken macht, welche Gleise in welcher Gleisgruppe untergebracht werden müssen. Welche Ausweichgleise automatisch gesetzt werden können und welche nur im Fahrplan angegeben werden können. Wie man eine Pendelstrecke einteilt und den Zugverkehr zulässt, damit anschließend keine gegenseitige Zugbehinderungen vorkommen. Denken Sie nicht, dass dies alles sofort und auf Anhieb geht. Hier ist mit unter sehr viel Hirnschmalz und Logik notwendig. Aber es macht einen zufrieden, wenn es dann läuft.

Doch betrachtet man auch einmal die Möglichkeit, dass auf der Anlage 4 Zugeinheiten in Betrieb genommen werden. Der PC überwacht alle komplett, schaltet die Fahrstrassen gemäß dem Fahrplan incl. aller Weichen und Signale (ohne vorher Schrittketten programmiert zu haben) und steuert entsprechend die aktiven Zuggarnituren. Alles natürlich dem Vorbild so nah als möglich. Auch die entsprechenden Geschwindigkeiten der Gleise, Weichen und Züge werden berücksichtigt.
Mag sein, Sie empfinden dies als langweilig. Ich nicht, da es Spaß macht, seine Zuggarnituren vorbildnah verkehren zu sehen. Möchte ich an diesem Fahrspaß dann selbst teilhaben, so kann ich doch jederzeit einen weiteren Zug über die Tastatur in Betrieb nehmen. Sprich, ich stelle die entsprechenden Fahrstrassen einfach über die Tastatur des Rechners. Ja, ja, ich habe es schon oft gehört, auch dies empfinden Sie als langweilig. Aber bitte schön, wo liegt der Unterschied ob diese Fahrstrasse über die Betätigung einzelner Knöpfe an einem Gleisbildstellpult erfolgt oder durch die Tastatur. Auch diese hat Knöpfe. Und siehe da, auch hiermit stellen sich die Weichen und Signale in der Fahrstrasse. Ach ja, jetzt fehlt nur noch die Regelung am Trafo, doch dies übernimmt der PC. Somit ist der Anwender plötzlich Stellwerker und Fahrdienstleiter. Sie wollen den Zug aber selbst fahren?? Auch kein Problem, übernehmen Sie auch noch den Part des Lokführers und regeln den Zug selbst. Klar geht dies auch. Und selbstverständlich ist der Kollege Computer im Hintergrund aktiv und überwacht den Lokführer als auch die Züge der Automatik. 
Aber ist das denn nicht immer schon so gewesen, der Strom lag an der Schiene und wir haben nur die entsprechenden Weichen gestellt und anschließend das Signal auf grün gesetzt?!?!? Doch sei dann hier die Frage erlaubt, wo schränkt der PC und die Steuerung ein?? Ist es nicht vielmehr genau anders herum und die Möglichkeiten werden plötzlich wesentlich größer?? Die Fahr- und Steuerungsmöglichkeiten, die Flexibilität umfangreicher und wesentlich vereinfacht? Ich habe diese Erfahrung gemacht und behaupte es wird mehr, mehr Spielvergnügen!!!

Doch möchte man gerne einen Zug regeln, was ist dann zu tun?? Alle anderen Zugeinheiten abstellen und nur mit der einen spielen?? Nein, so ist es auch wieder nicht, man kann doch auch einen Zug auf den Handregler legen. Unwahrscheinlich?? Nein, es ist möglich. Man kann einen Zug mit einem vorhanden Fahrplan auf einen Handregler legen, dann stellt der PC die Fahrwege und Signale, überwacht die Blockstrecken steuert jedoch keine Geschwindigkeit. Der Zug bleibt stehen. Somit wird der Modellbahner zum Lokführer. Jetzt ist er verantwortlich für die Regelung und Steuerung der Zugeinheit. Der Spieler muss die Signale und Geschwindigkeitsvorgaben beachten, jedoch wird dieser, wie beim Original, im Hintergrund vom Kollegen Stellwerker (PC) überwacht. Der Lokführer kann nicht vor Plan fahren oder gar die Geschwindigkeit überziehen. Alles wie im echten Betrieb.

Dass ich nicht so ganz verkehrt liege zeigt die Tatsache, dass es immer mehr digitale Anwender gibt. Auch steigt die Zahl der PC-Nutzer an. Wir sollten und daran gewöhnen, dass der PC auf Dauer die Gleisbildstellpulte ersetzen wird. Und von den Kosten wird es auch permanent günstiger. Da bereits einige meiner skeptisten Kunden auf die Steuerung und den PC gewechselt sind, weiß ich, dass es gut ist. Und wenn Modellbahnfreunde im Alter von 60 bis 70 noch auf den PC umsteigen und Ihre wahre Freude daran haben, warum sollten wir dann zweifeln??

Ich möchte nicht behaupten, dass ein PC, ein Steuerungsprogramm und ein Digitalsystem das Vollkommene ist. Dass es unkompliziert abläuft. Nein dies ist bestimmt nicht so, aber es ist allemal eine gute, und vor allen Dingen eine hilfreiche Unterstützung beim Spielen mit unseren verkleinerten Vorbildfahrzeugen.