Eine HOm-Anlage mit Faller Car System

Jede Planung einer Modellbahn ist wie das Entstehen eines neuen Werkes. Ich beschreibe den Weg der Planung bis zum Legen des ersten Gleises.

Nun, am Anfang steht sehr viel Euphorie und Tatendrang. Man möchte beginnen bevor überhaupt schon klar ist was es werden soll. Die Gedanken kreisen an so vielen Möglichkeiten und irgendwann beginnt man sich selbst zu bremsen um überhaupt vorwärts zu kommen. Klar war mir, dass diese Anlage mit einem Zeichenprogramm erstellt wird. Es standen mehrere Programme zur Auswahl. Entschieden habe ich mich für das Programm WinTrack.

Nachdem klar war, welcher Raum zur Verfügung steht kam der Gedanke diesen komplett auszunutzen. Dieser Gedanke wurde revidiert und weitere Möglichkeiten der Nutzung betrachtet und so auch die Größe des zur Verfügung stehenden Platzes reduziert. Jetzt konnte der nächste Schritt gedacht und in Angriff genommen werden. Papier wurde zur Hand genommen und viele Gedanken in Form von Gleisplänen skizziert. Es wurde wild skizziert. Unendliche Möglichkeiten aufgezeichnet und wieder verworfen. Diese Gedanken mit einem guten Freund besprochen und daraus das Wissen abgeleitet, dass weniger mehr sein kann. Gelesen habe ich diesen Gedanken schon oft, doch ihn auch selbst umsetzen? Zugegeben, von einer großen Spur N-Anlage mit doppelgleisiger Strecke, großem BW-Bereich und Schnellfahrstrecken muss man umdenken, wenn man sich dem Thema H0m nach Rhätischem Vorbild nähert.

Beigetragen haben auch zwei Aufenthalte in der Schweiz und Fahrten mit der Rhätischen Bahn. Ganz sicher die Meinung meines Freundes. Unterschwellig auch die Messeanlage „Alp Grüm“ von Bemo. Meine anfängliche Skepsis gegenüber einer eingleisigen Strecke hat sich gewandelt in sehr viel Akzeptanz. So soll ein klein wenig Vorbild in meine Anlage einfließen. Kein eins zu eins Nachbau, doch Teile aus dem Vorbild soll sich wieder finden.

Als für mich unumstößliche Grundlage war ein Schattenbahnhof mit ausreichender Anzahl an Abstellmöglichkeiten von Zugeinheiten. Keine Züge sollen auf der Anlage sein, welche nicht einen festen Platz zum Abstellen (Parkposition) haben. Jeder Zug, der diese Möglichkeit nicht hat ist permanent im Einsatz zu halten um nicht andere Züge in Ihren Fahrmöglichkeiten zu behindern. Es wurde geplant und die zur Verfügung stehenden Gleise gezählt. Ich war im ersten Moment zufrieden mit dem was auf dem Bildschirm gezeichnet war vor mir lag. Mit dem Grundplan habe ich mich ein paar Tage vertraut gemacht und beschäftigt. Ich habe diesen Plan immer wieder mit dem vorherigen N-Plan verglichen. Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr kam die Erkenntnis, dass ich die gezeichnete Menge an Abstellgleisen nicht benötige. Nein, so viele Zugeinheiten brauche ich für einen abwechslungsreichen Zugbetrieb nicht bereit stellen. Diese Anzahl von Zügen wird eh nicht eingesetzt. Man hat die Züge auf der Anlage, man hat den Zugriff darauf. Und doch fahren sehr häufig nur die „Lieblingskompositionen“ und die neu  erworbenen Modelle. Dies war eine Erkenntnis aus der N-Anlage. Teilweise standen Zugeinheiten über ein Jahr in Ihren Gleisen und wurden nicht bewegt. Wenn dem so ist, dann muss der Zug auch nicht auf der Anlage stehen und vorgehalten werden. Dann kann er auch in einer Vitrine stehen oder gar sein Dasein im Karton fristen. So wurde der Schattenbahnhof umgeplant und reduziert auf die nun im Bau befindliche Ausführung.

Damit die Züge in beiden Richtungen fahren können wurden zwei Kehrschleifen eingebaut.

Die Ausfahrt West aus dem Schattenbahnhof ist eingleisig und verläuft so bis zum zweigleisigen Kreuzungsbahnhof "Surava". Von dort geht es wieder eingleisig weiter zum Bahnhof „Davos Platz“. Diese Gleisanlage wurde angepasst übernommen. Durchfährt man Davos Platz, so geht es wieder talwärts bis zum nächsten Bahnhof "Susch", welcher dreigleisig ausgeführt wurde. Auch hier kann es zu Zugkreuzungen kommen. Nach der Durchfahrt entschwindet der Zug in einem Tunnel. In diesem besteht die Möglichkeit auf direktem Weg zu erstgenanntem Kreuzungsbahnhof "Surava" zu fahren oder den Weg über eine zweigleisige Verbindung Richtung Schattenbahnhof zu nehmen.

Viele Varianten wurden gezeichnet um den jetzigen Stand zu haben. Irgendwann muss man einen Punkt setzen, eine Entscheidung treffen und es umsetzen. Ist eine Entscheidung getroffen, so soll man dabei bleiben und es umsetzen. In diesem Stadium bin ich gerade, der Umsetzung.

Ich habe aus dem Gleisplan Koordinaten heraus gemessen und auf das Anlagenbrett übertragen. Nach diesen Werten sind die Gleise verlegt. Und es stimmt, die Geometrie stimmt und kann wie gezeichnet umgesetzt werden.

Ein weiterer Gedanke war auch das vorhandene Faller Car System wieder zu aktivieren und einzubauen. Dieser Schritt kann erst in Angriff genommen werden wenn die untere Ebene fertig verlegt, digital angeschlossen und geprüft ist. Erst wenn die Auffahrten zu den Zwischenbahnhöfen fertig ist kann mit dem Bau der Strassen für das Car-System begonnen werden. Auch hier schwebt mir die Steuerung der Fahrwege über die Software vor. Man kann dann die Geschwindigkeit nicht steuern, jedoch die Fahrwege, Haltestellen, Parkplätze und eingeteilte Blockabschnitte. Vorab durchgeführte Versuche waren erfolgreich, wenn auch nicht immer. Einmal hatte ich den Gedanken das alte Faller ams mit einzubauen. Denn hier kommt der Strom aus der Fahrbahn, die Autos könnten mit einem Decoder versehene werden und hierdurch ist ein Betrieb mit langsamem Anfahren und Bremsen möglich. Wer weiß, vielleicht kommt auch dies Mal wieder im Maßstab 1:87.

 

Aktueller Anlagenstand: 

 

 

Faller Car System zurück

Ein faszinierendes Mittel die Modellbahn weiter zu beleben. Aus stehenden Fahrzeugen werden bewegliche Modelle. Dies kann mit einfachen Mittel geschehen, mit den Steuerungsmodulen aus dem Haus Faller als auch etwas aufwendiger und PC-gesteuert.
Bereits 1989 war ich mit dem Car System Virus behaftet. Durch den Abbau einer vorhandenen N-Vorführanlage und die Planung einer neuen HOm-Anlage, und nicht zuletzt durch den Besuch im Miniatur-Wunderland in Hamburg, wurde dieser Virus wieder sehr heftig zum Leben erweckt.
Die nun hier entstehenden Seiten sollen in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren mit Leben erweckt werden und in gewisser Weise den Bau und den Fortschritt dokumentieren. Es wird Zeiten geben in den viel passiert und es wird Wochen geben, in denen nichts geschehen und umgesetzt wird. Und somit auch nichts an den Seiten.

Das Vorhaben wird in aller Ruhe und Zeit in Angriff genommen. Die Zeit ohne rollendes Mate
rial und ohne die nun wieder fahrenden Autos wird zwar schwer, doch wie wohl jeder von uns möchte man es das nächste Mal besser ausführen. So auch ich. Zugegeben, ein wenig stehe ich schon unter Zeitdruck, denn es gibt doch den einen oder anderen Interessenten der sich für das Programm interessiert und es im Vorfeld in Funktion sehen möchte. Auch bin ich gespannt, wie man das Eisenbahnprogramm für das Car System verwenden kann. Erste Versuche laufen bereits. Das Problem hierbei ist die sichere Rückmeldung der Fahrzeuge in den einzelnen Fahrabschnitten.
Bei Interesse schauen Sie einfach mal wieder auf meiner Seite vorbei, so wie Sie Lust und Laune haben.

Vor dem Bahnhof "Susch" und "Surava" wurden die ersten Fräsungen für die FCS-Fahrdrähte ausgeführt und die Drähte verlegt. Soweit möglich auch die Weichen und Parkplatzmodule eingebaut. Ebenso die Reedkontakte für die notwendigen Rückmeldungen. Fahrversuche mit einzelnen Fahrzeugen durch geführt.

Die Straßen-Verbindung  zwischen Susch und Davos Platz wurde geschaffen. Ein Betonwerk im Güterbereich von Davos Platz angesiedelt und das Busdepot aktiviert. Passende Stoppstellen, Dauerparkplätze und Abzweigungen eingebaut. Alle Daten in den TrainController 5.8 eingegeben und Ablaufpläne für die Fahrzeuge erstellt. Es gibt Tage, da sind drei Fahrzeuge über einen längeren Zeitraum unterwegs. Festzustellen ist, dass so manches Mal ein Reedkontakt klebt und Fahrzeuge nicht los fahren, Abzweigungen gestellt sind doch der Magnet folgt nicht. Das Car System ist nett anzusehen, doch es birgt so manche Überraschung.